Zola Zingler
Somm
Carte Blanche, Frankfurt
Zola Zingler wuchs in Frankfurt am Main auf und schätzt die kontrastreiche Stadt besonders für ihre Internationalität und traditionsreiche Apfelweinkultur. Ihr Vorname stammt von dem großen französischen Naturalisten Émile Zola - ein Name, der ihren kulturgeprägten familiären Hintergrund widerspiegelt. Die Mutter Model, der Großvater Künstler, der Stiefvater Schriftsteller und der Vater ein großer Weinliebhaber - Kultur spielte in ihrer Familie immer eine zentrale Rolle. Bereits als Kind und Teenager wurde sie häufig in Sternerestaurants und auf Weingüter mitgenommen, wodurch früh der Grundstein für ihre Leidenschaft für Gastronomie, Essen und Wein gelegt wurde.
2014 unterstützte Zola ihren damaligen Lebens- und heutigen Geschäftspartner Sebastian Ziese bei seinem Schritt in die Selbstständigkeit mit der Eröffnung des Restaurants „Carte blanche". Zunächst arbeitete sie eher im Hintergrund - bei der Gestaltung des Interieurs, der Musikauswahl, Büroarbeiten und vor allem mit dem Blick von außen auf das Restauranterlebnis durch das Hineinversetzen in die Gästeperspektive.
Die Arbeit im Service, das Gastgebertum und das Thema Wein entwickelten sich schnell zu ihrer größten Passion. Nach drei Jahren übernahm sie die Leitung des Service, und nach fünf Jahren hatte sie sowohl ihre Ausbildung zur Sommelière als auch das WSET 3 Zertifikat absolviert.
Durch das Konzept der „weißen Karte" - des Überraschungsmenüs - ist die Weinbegleitung im Restaurant essentiell. Zola versteht die Arbeit bei der Komposition der Gerichte und der begleitenden Getränke als kollaborativen Prozess, der das gesamte Team betrifft. Ein neues Gericht sieht sie als unvollendetes Gemälde, das sie mit ihrer Getränkebegleitung aromatisch „vollendet".
Bei der Weinauswahl vertritt sie keinen Dogmatismus - sowohl Klassiker müssen vertreten sein wie auch junge aufstrebende Winzerinnen und Winzer und selbstverständlich auch natürlich produzierter Wein. Den „Schwanzvergleich" vieler männlicher Kollegen beim Posen mit „dicken Etiketten" findet sie ermüdend.